Die Praxis beginnt mit einer technischen Einführung ins Boot. Danach Wetterkunde, verschiedende Checks und Vorbereitungen. Vor jeder Fahrt. Die Schulung besteht hauptsächlich aus Notfallübungen, Navigation,  Ab- und Anlege-Manövern.

Erst informiert man sich über das Wetter.
Wird gewarnt vor Gefahren wie Gewitter, Sturm oder Nebel?
Im Hafen noch die Windrichtung und den Wasserpegel checken.
So vorbereitet kann der Unterricht beginnen.

Zum Boots-Check:

Boot von aussen (Schale), Bootsnummer, kein Wasser im Boot (Bilge), Benzinhahn.

Minimal-Ausrüstung an Bord prüfen:

Notflagge, Notlicht, Nothorn, Anker und Trosse, Bootshaken, Rettungswesten, Rettungsring plus 10 Meter Leine, Feuerlöscher, Eimer, manuelle Wasserpumpe, ausreichend Leinen.

Papiere: Schiffsaussweis, Pass/Id, Schiffführerausweis, Abgaswartungs-Dokument.

Dann der Betriebscheck: Stromkreise, alle Positionslichter, Navigationsgeräte, Öl- und Benzinstand, Motorfunktion.

Ablegemanöver ansprechen, Aufgaben verteilen, losfahren! Geschwindigkeit im Hafen: Höchstens 5 Km/H.

Von der Hafenausfahrt auf dem kürzesten Weg  raus aus der Uferzone, am Bodensee  sind es 300 Meter. Maximale Geschwindigkeit: 10 Km/H. Vorfahrtsregeln beachten. Motorboote sind in der “Rangordnung” ganz hinten – nur Surfer müssen ausweichen.

Nachdem man das Boot kennengelernt hat, kommt auch schon das wichtigste Manöver: Mann über Bord.

Fällt ein Mensch vom Boot ins Wasser, soll er innerhalb von 2 Minuten gerettet werden. Bei jedem Wetter und ohne ihn zu überfahren!

Das muss oft trainiert werden und geht so:

Sofort Motor neutral stellen, damit man den Mensch im Wasser nicht verletzt .

Kommandos: “Mann über Bord!” – “Neutral!” – “Sichtkontakt!” – Rettungsmittel bereit!”.

Mensch immer im Blick behalten.

Weiterfahren mit ca. 15 Km/h bis man 30 Meter von dem Mensch entfernt ist, mit dem Wind von hinten.

Langsam auf den Mensch zufahren.

Nach 20 Metern Motor neutral stellen.

Nach 10 Metern (je nach Wind)  Ruder Backbord, Vorwärtsgang, leicht Gas geben.

Boot 3-4 Sekunden ausdrehen lassen.

Wenn der Mensch im 45 Grad Winkel zum Boot ist, Ruder Steuerbord, Rückwärtsgang.

Gas geben bis das Boot steht. Dann Ruder gerade.

Mensch mit Bootshaken bergen.

Not- und Anlegemanöver werden später auch in fliessendem Gewässer geübt. In meinem Fall der Rhein bei Konstanz. Auf dem Fluss sind die Bedingungen ganz anders: Die Strömung  muss einbezogen werden.

Zum Beispiel rettet man Menschen immer gegen die Stömung (bergwärts). Das Mann-über-Bord-Manöver ist aber gleich, nur den Wind muss man nicht beachten.

Bei Anlegemanövern gibt es die Besonderheit, dass die Strömung in Ufernähe nachlässt. Also Vorsicht mit dem Gashebel…

Bootsfahrschule am Bodensee Emil Munz Rhein

Die Navigation hilft bei der Berechnung vom Kurs, der Fahrdauer und in Notfällen. Es wird in der Praxis erlernt und geübt.

Man braucht dazu einen Kompass, zwei Geo-Dreiecke, einen Zirkel und die richtige Seekarte.

Ich musste zum Beispiel auf dem Bodensee mit einer Peilung schnell meinen Standort bestimmen. Diesen bräuchte die Seepolizei, um unser Schiff in Not zu retten. Auch bei Nebel wäre die Navigation lebenswichtig.

Natürlich gibt es heutzutage GPS und Handyapps, die funktionieren aber nur mit Strom. Auch deshalb wird die traditionelle Navigation weiter erlernt.

Bootsfahrschule am Bodensee Peilung und Navigation

Ab- und Anlegemanöver sind ein grosser Teil der Ausbildung. Man verbringt viel Zeit im Hafen und es kann mühsam sein. Es braucht viel Übung, damit man dem wertvollen Boot keine Schramme verpasst. Im schlimmsten Fall sogar ein Loch… Ich hätte nicht gedacht, das der Wind eine so wichtige Rolle spielt! Er bestimmt jedes Manöver und kann richtig gemein sein. Folgende Manöver werden geübt:

Seitwärts anlegen vorwärts und rückwärts, Backbord und Steuerbord

Boxeneinfahrt vorwärts und rückwärts

Ablegmanöver (Eindampfen)

Boxenausfahrt von vorwärts auf rückwärts

Tellerwende

Boxenausfahrt von rückwärts auf vorwärts

Bootsfahrschule am Bodensee CaptainsMarine am Hafen Bottighofen

Ab- und Anlegemanöver sind ein grosser Teil der Ausbildung. Man verbringt viel Zeit im Hafen und es kann mühsam sein. Es braucht viel Übung, damit man dem wertvollen Boot keine Schramme verpasst. Im schlimmsten Fall sogar ein Loch… Ich hätte nicht gedacht, das der Wind eine so wichtige Rolle spielt! Er bestimmt jedes Manöver und kann richtig gemein sein. Folgende Manöver werden geübt:

Seitwärts anlegen vorwärts und rückwärts, Backbord und Steuerbord

Boxeneinfahrt vorwärts und rückwärts

Ablegmanöver (Eindampfen)

Boxenausfahrt von vorwärts auf rückwärts

Tellerwende

Boxenausfahrt von rückwärts auf vorwärts

Bootsfahrschule CaptainsMarine am Ufer

Die Buglandung wird auf dem See geübt, um beispielsweise an einer Boje festzumachen.

Ebenso das Ankern: Immer gegen den Wind, die Ankerleine sollte 3-5mal länger sein als die Wassertiefe.

Wichtig ist auch zu wissen, wo nicht geankert werden darf. Das gilt zum Beispiel für die meisten Häfen.

 

Im Hafen wird das Boot mit Leinen festgemacht, dazu müssen die Knoten der Seemänner gelernt werden:

Kopfschlag, Mastwurf, Rundtörn mit zwei halben Schlägen, Achterknoten, Kreuzknoten, Schotstek, Palstek, Roringstek.

Ich habe mir zwei Taue besorgt und viel geübt. Zuhause, auf dem Schiff, im Hafen.

Emil Munz im Schulungsboot auf dem Bodensee

Ich habe mich für den Bodensee entschieden wegen seiner Grösse und Internationalität. Mit meinem Motorbootlehrer Emil Munz war ich sehr zufrieden: Als ehemaliger Berufspilot gestaltet er die Ausbildung sehr strukturiert. Und es machte Spass, das Revier kennenzulernen. Ab und zu durfte ich auch mal Vollgas geben: Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h fühlt sich auf dem See sehr schnell an…

Geschreiben von Alexander Walbeck, SRF-Redaktor